Die Künstler

Margarete Loviscach
Horst Rave

Die Katze, die keine Orangen frasz – Stop-Motion-Film von Margarete Loviscach und Horst Rave

Erinnerungen an Margarete Loviscach und Horst Rave

Von Ulrike und Joachim Heusinger von Waldegg

Mit Margarete Loviscach und Horst Rave verband uns jahrzehntelang eine große menschliche und geistige Nähe, die sich auch nach unserer beruflich bedingten Übersiedelung von Bonn nach Mannheim und Karlsruhe unverändert fortsetzte. Dazu zählten regelmäßige Besuche vor allem in Bonn, gemeinsame Fahrten und Besichtigungen von Ausstellungen und Museen auch in der Schweiz oder in den Niederlanden, darunter das inmitten eines großen Parks gelegene Kröller-Müller Museum bei Arnheim, von Margarete als das schönste Museum überhaupt bewundert. Zu einem Fixpunkt innerhalb des Jahresablaufs entwickelten sich unsere Treffen in Paris am letzten Wochenende vor Weihnachten. Ohne festes Programm wurde die Stadt zum Ort für Entdeckungen gemacht, seien es Kino- oder Ausstellungsbesuche, wie die von Henri Rousseau, Max Ernst oder František Kupka. Dabei wurden Pläne für das nächste Jahr entworfen oder elementare Verhaltensweisen und Eigenarten untereinander glossiert und mit tierischen Äußerungen verglichen wie dem "Stimmfühlungslaut" (Horst) für fast täglich stattfindende Telefonate. In unseren Gesprächen wurden die Grenzen zwischen Kunst und Leben fließend, wurden künstlerische Vorhaben diskutiert, Entwürfe gezeigt. Die gegenseitige Verbundenheit dokumentierte sich überdies in gemeinsamen Tätigkeiten, Töpfern und Kochen, Spaziergängen, Austausch von Büchern und Gesprächen über private Fragen und politische Probleme und häufig auch Fragen den Weltraum betreffend. Man war immer sicher, bei Horst und Moritz auf ein sensibles Verständnis und Interesse zu treffen, auch auf ein reflektiertes Urteil in schwierigen persönlichen Belangen.

Zum 30. Geburtstag erhielt Ulrike von Horst und Margarete, genannt Moritz, ein Bild, das beide in der Gondel eines Fesselballons eben dieses Namens zeigt, der einer Verkehrslandschaft entschwebt. Die Arbeit wurde mit dem Pseudonym für die Arbeitsgemeinschaft der beiden – "Panda" - signiert. Horst bat Ulrike Manuskripte zur künstlerischen Arbeit zu redigieren, wobei er sich mit persönlich gestalteten Exlibris einer Fallbildzeichnung revanchierte. Außerdem schickte sie Horst und Moritz Textcollagen zu verschiedenen Anlässen, wohl wissend, dass beide auch für verspielt Verbales ein Auge und Ohr hatten. An meinen Ausstellungsprojekten zu August Macke, Otto Freundlich und Laszlo Moholy-Nagy beteiligte sich Horst mit präzisen Strukturanalysen einzelner Gemälde, in denen die formale und farbige Mehrschichtigkeit der Komposition aufgedeckt wurde. Solche Arbeiten zähle ich zu den Beispielen einer besonders geglückten Zusammenarbeit. Im Rückblick besehen waren Moritz und Horst verläßlichste und beste Freunde; die langjährige Freundschaft mit ihnen war kostbar und ernst und heiter und menschlich rückhaltlos. Sie kann nicht ersetzt werden.

00522 – Fallbild – Von vier Farben nach Hellblau (1973/737, Öl auf Leinwand, 50 x 95 cm)